Gotthard Pressekonferenz Lugano 2011

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Gotthard - Pressekonferenzen vom 20.09.11 Lugano und 12.10.10 Zürich

Hena Leo Marc Steve Freddy Mandy (ex)
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Gotthard zuhause in Lugano

Pressekonferenz vom 20.09.2011

 

Heute Nachmittag ab 14h standen Gotthard - Hena Habegger, drums - Leo Leoni, guitar - Marc Lynn, bass und Freddy Scherer, guitar - im Palazo Civico an der Piazza della Riforma in Lugano vor rund drei Dutzend neugierigen Journalisten für Rede, Fragen und Antworten, darunter auch wir. Für uns war dies ein wichtiger Event unter der Sonne bei 27 Grad und blauem Himmel wohin man sah. Nebst Leuten des Managementes und der Promotion, stand auch eine Dolmetscherin für die Presseleute zur Verfügung. Die vier Jungs kamen guter Laune auf's Podest.

 

LEO LEONI begann mit einer Einführung über den Grund, weshalb dieser Platz heute gewählt wurde für die PK. Der Palazo Civico sei an der Piazza Riforma, wo am 17.07.10 das auf CD und DVD aufgezeichnete Live-Konzert statt fand, deshalb auch der Name "Homegrown". Er führte weiter aus, dass die Band für dieses Album genug Material gehabt haben und dieses auch Steve widmen zum 1. Jahrestag seines Todes am 05.10.11, es erscheint am 30.09.11. MARC LYNN fügte hinzu, dass eben dieses Konzert auf heimatlichem Boden statt gefunden hat und für Steve eine Art "endlich wieder zuhause sein" bedeutet habe. Er sang mit Volldampf, er war daheim. (Das spürt man genau beim Hinhören dieses wundervollen Live-Albums, wir sind überzeugt, dass es allen gefällt, uns auf jeden Fall.) Steve war nie ein Mensch der gerne von zuhause weg war, deshalb bedeutete ihm dieses Konzert vom 17. Juli sehr viel, was sie alle auf der Bühne gespürt haben, es war einfach magisch. Dabei hätte der Gig fast nicht statt gefunden, hätte Petrus den Wasserhahn nicht zugedreht. Die Band war so glücklich, dass die Party trotz anfänglichem und heftigem Regen eine geworden ist. Zu den Zuhörern gehörten auch die Freunde vom Schweizer Harley-Davidson Club, die ihr Jubiläum feierten, wie kann man das besser als mit Gotthard auf der Bühne.

 

Das Cover des Albums mit den Menschen unten und oben soll symbolisieren, dass die Band mit den Menschen wie EINS geworden sind, zusammen gewachsen. Es sei nicht ausschliesslich nur Steve gewidmet, sondern vor allem den 20 Jahren Gemeinsamkeit und Freundschaft. Es sei jetzt ein neuer Beginn ohne Steve's Stimme, den sie seien alle noch ungefähr 15 Jahre von der Pensionierung entfernt und wollen weiter Musik machen für sie selbst und ihre Fans.

 

Die Idee des Live-Albums kam ihnen ihm Sommer 2010, quasi als Abschluss ihrer Tour, was ihnen auch Platz schaffe für Neues. Die Live-CD wurde jedoch infolge von Steve's Tod verschoben auf dato. Es war so ein hartes Jahr, deshalb hätten sie gewartet mit der Veröffentlichung dieses Albums, es zurück gestellt, erzählt Marc. Und so konnten sie die ganze Situation etwas verarbeiten und das erste Trauerjahr nun mit der Herausgabe zu Steve's Todestag abzuschliessen. Die Idee sei auch noch gewesen, dass das harte Jahr, ebenfalls für die Fans, so ein abgeschlossenes Kapitel sei, ein Abschluss für sie und ihre Fans, so wollen sie dies mitteilen.

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Auf die Frage eines deutschen Journalisten, wann oder ob die Band einen neuen Sänger habe, kam von HENA HABEGGER ein klares NEIN als Antwort. Sie hätten wohl noch drei Leute, mit denen sie noch arbeiten werden um zu entscheiden, wer es denn sein soll. Sie hätten fast 500 Bewerbungen gehabt. Davon wurden die besten 20 eingeladen um sie anzuhören und mit ihnen zusammen zu arbeiten. Er müsse zu Ihnen passen, denn sie vier seien nicht nur Musiker, sondern dicke Freunde, das müsse ebenfalls stimmig sein. Sie sind also momentan noch am Arbeiten mit den Dreien und werden dann entscheiden, wenn es für sie stimmt. Nicht zuletzt jedoch soll die Band in Steve's Namen weiter leben, genau so wie er es gewollt hätte.

 

Die Erinnerung an die letztern 20 Jahre mit Steve auf der Bühne wird mit diesem Album noch einmal intensiv ins Leben gerufen und spiegelt die unvergessliche Zeit wieder, die wir zusammen auf dem Olymp des Rock'n'Roll geniessen konnten." so Bassist MARC LYNN. Die Bonus-DVD beinhaltet neben dem Bonusmaterial auch Interviews aller verbleibenden Bandmitglieder. "Homegrown - Alive in Lugano" soll ein einmaliges Erinnerungsstück an die 20 Jahre Gotthard mit Steve sein, für ALLE.

 

Mehr ergänzende Infos kommen diese Tage noch dazu - hier auf dieser Seite !



Pressekonferenz in Zürich - Steve Lee

12.10.10: Geladen zur Presse-Konferenz berichten wir euch gerne ausführlich über und von den Trauernden um Steve Lee. Die PK fand heute Abend um 19:30h im Hotel St. Gotthard in Zürich statt. Während ich im Zug nach Zürich sass überkam mich immer wieder diese schwere Trauer und ich werweisste, ob ich in ZH wieder umkehren soll. Doch die Wahrheit erfahren ist mir wichtig, nicht diese oft selbst zurecht gelegte von der Presse, die damit Hunderttausende verdient, sondern diese traurige unfassbare Wahrheit hören von Brigitte Voss, Marc Lynn, Hena Habegger, Leo Leoni und Freddy Scherer, für euch, die ihr das lest. Ein diffiziler Gang für mich, weil ich aus Erfahrung weiss, wie schwer es zu ertragen ist, seinen geliebten Mann zu verlieren, ein emotionaler schwerer Gang vor allem aber für die vier Jungs und Brigitte Voss. Wo vorher noch, für mich unfassbares und respektloses Gelächter und Gerede unter einigen Journalisten herrschte, war plötzlich Totenstille. Ueli Bracher von Musikvertrieb bereitete uns vor, über die Rechte, am Anfang 2-3 Minuten fotografieren, danach keine Shots mehr..... !

Voller Trauer, die man in den verweinten Gesichtern sah, traten die vier Jungs ein, auch Brigitte Voss, sie wurde von Marc Lynn und seiner Frau Tanja Lynn, die beim Unfall ebenfalls dabei waren, gestützt. Sie hielt als erste ihr Statement, beantwortete jedoch begreiflicherweise keine Fragen. Brigitte hinter einer grossen Sonnenbrille, tapfer sass sie da und begann zu erzählen.

 

Brigitte Voss: Es ist der vierte Todestag ihres Vaters, auch ein Verlust paar Tage nach Steve. Sie stand neben dem Töff von Steve, alle anderen waren schon in sicherem Abstand hinter ihren Maschinen auf dem Pannenstreifen und streiften sich die Regenkombis über. Als ein 500kg Motorrad durch die Luft flog, spürte sie einen Luftdruck oder war's Steve's Seele, der sie irgendwie auf die Seite schupste, wie wenn Steve das wollte, sonst hätte es sie genauso getroffen. Es ging alles so schnell, Steve fiel zu Boden und regte sich nicht mehr, vom Motorrad getroffen. Sie zog den Pulli und die Jacke hoch und fuhr über Steve's Rücken. Man müsse kein Mediziner sein um zu spüren das hier alles kaputt ist. Sein Rücken fühlte sich ganz weich an. Sie sagte, dass er wohl bis zum Hals gelähmt gewesen wäre und deshalb sei es besser, dass er gehen durfte, als so zu leben. Der LKW-Fahrer bremste gleichzeitig, hilt an und kam erschüttert dazu gerannt. Er ist erst 27 und total fassungslos und wollte sich das Leben nehmen, interpretierte Brigitte. Sie nahm ihn in den Arm und drückte ihn, gab ihm Trost. Was für eine starke Frau! (Redaktion: Es ist real, dass man meistens nur noch "funktioniert", ohne Wahrnehmung was Wirklichkeit ist um das Geschehene. Im Moment der grossen Leere und der ganz tiefen Trauer erfasst es einem erst viel später, wenn etwas Ruhe eingekehrt ist und man alleine ist, dann kommt der totale Zusammenbruch, es ist schrecklich seinen Partner und/oder Mann zu verlieren in voller Liebe. Für Aussenstehende ist das nicht fassbar, eigentlich sollte die direkt betroffene Person nur noch heulen und in sich zusammen fallen, denken diese Leute, aber die haben davon keine Ahnung, die Realität sieht ganz anders aus, furchtbar und treibt einem fast bis zum Wahnsinn.) Man solle den LKW-Fahrer ebenfalls ins Gebet einschliessen bat sie die Anwesenden. Remo Bouls, der Veranstalter dieser Touren, hätte ihnen geholfen und stand ihnen bei, bei ihren vielen Gängen danach.

 

Marc Lynn: Es sei ein unglaublicher Schicksalsschlag, ihm fehlen alle Worte. Sie waren in der Gruppe dieser 21 Lebenden und halfen einander gegenseitig. 22 Freunde haben die Tour begonnen und 21 blieben am Leben. Sie sind am Morgen alle fröhlich und gut gelaunt aufgestanden und fuhren durch das Death Valley. Steve hatte auf dem Motorrad gesungen sagte Brigitte und war ganz aufgestellt und fröhlich. Sie schauten sich bei Saint Georg die Monumente an. Sie waren alle begeistert, fanden es schön alles anzusehen, Zweck dieser Reise. Alles Schöne hätten sie gesehen. Am Mittag fuhren sie in Schoschoni ein, einem Dörfchen mit 2 Restaurants und paar Häuschen. Es war sehr schwierig auf der 5spurigen Autobahn durch Las Vegas zu fahren, doch alles ging gut. Dann kamen einige Gewitterwolken auf und ein Motorrad hatte einen Zündaussetzer, deshalb hielten sie einige Kilometer vor Mesquite auf dem Pannenstreifen an, auch um sich die Regenanzüge über zu ziehen, Marc hatte diesen schon an. Es hat schon begonnen zu tropfen. Alle hatten mit sich zu tun und achteten sich gar nicht was da geschah. Mark weint, er kann kaum weiter erzählen, wird gehalten von Brigitte und Leo. Als ihnen bewusst wurde, was ablief und sie Steve regungslos am Boden liegen sahen riefen sie sofort die Emergency via 911 an. Jeder Motorradfahrer weiss wie erste Hilfe funktioniert. Sogleich begannen sie abwechslungsweise mit Herzmassage und Mund-zu-Mundbeatmung. Nach 10 Min. traf dann die Highwaypatrol ein, gefolgt von Krankenwagen und Hubschrauber. Die Ärzte machten weiter mit der Wiederbelebung und ihren Geräten, 20 Minuten lang kämpften sie, bis feststand, dass Steve tot war. Fassungslos fuhren oder wurden alle nach Mesquite gefahren, wo sie um 01:00h ankamen. In einem Motel in Mesquite wurden sie erst aufgenommen und unentgeltlich bewirtschaftet, sie haben keinen Cent bezahlt.

Des Weiteren haben ihnen auch der Veranstalter und das Schweizer Konsulat weiter geholfen in den USA alles Nötige zu veranlassen.

 

Die ersten Fragen durften gestellt werden. Eine davon war, was die Band nun zu tun gedenke?

 

Hena Habegger: Hena antwortete, dass sie in 1 Std. seit dem sie sich erstmals wieder alle getroffen haben, keine Entscheidungen treffen konnten und die Zeit von einer Stunde nicht reicht um Entschlüsse zu fassen. Das sei nicht wichtig, wichtig sei, dass sie zuerst die Trauer auf die Reihe bekommen.

 

Leo Leoni: Eine Stunde reicht nicht um alles zu diskutieren, doppelt Leo nach. Erst später werden sie sich zusammen setzen um das weitere Geschehen zu besprechen. Step by Step!

 

Marc Lynn: Soloalbum? Sie wüssten noch nicht, wie weit Steve war und ob schon Songs existieren. Zur Zeit wissen sie effektiv nichts.

 

Brigitte Voss: Sie war die Erste bei Steve, sie ist überzeugt davon, dass er bis zum Hals eine Lähmung davongetragen hätte (Tetraplegie), deshalb sei es besser, dass er sterben konnte.

 

Marc Lynn: Keiner der 21 Freunde auf der Motorrad-Tour wollte die Reise weiter führen, sie haben aus Respekt alles abgebrochen und sind jetzt auch zuhause angelangt. 22 Freunde sind gegangen und "22" zurück gekehrt, der eine in einer Urne.

 

Zum Schluss hielten Steve's Schwester Karin Nichols und sein bester Freund Flavio Hochstrasser berührende Worte an die Anwesenden. Man solle Steve in die Herzen schliessen und an ihn denken und sprachen ihren Dank an die Bandmitglieder und vor allem an Brigitte aus, dass sie sofort informiert wurden und dankten Allen dafür, die Steve nahe waren, für die vielen Trauerbezeugungen. Auch Flavio dankte allen Leuten, die mithalfen in der schweren Zeit und es auch weiterhin tun. Beide baten, dass man Steve ewig in Erinnerung behalten soll.

 

Alles wortwörtlich wiedergeben, darauf haben wir verzichtet und die wichtigsten Worte angesprochen. Wir sind ebenfalls sehr traurig und können es noch immer nicht wahr haben, obwohl die Fakten etwas anderes erzählen. Es ist so traurig und für viele Leute und Freunde von Steve unfassbar, immer und immer wieder.

Wir bitten euch doch eine Schweigeminute für Steve einzuhalten, betet für ihn, Brigitte und alle Angehörigen, Band und Freunde, damit sie die Trauer bewältigen können.

Ich danke Rolf und Claudia, dasOffice Promotion, dass sie die Band unterstützen und uns von BV zu diesem traurigen Akt eingeladen haben. Ich wünsche allen Beteiligten, die direkt mit Gotthard zu tun hatten und haben werden viel Kraft um das Geschehene zu verarbeiten und irgendwann wieder in den Alltag zurück kehren zu können.

Bericht und Fotos RL.


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